Wirtschaftliche Gesamtlage

Bolivien ist noch ein klassisches Entwicklungsland, könnte allerdings künftig statistisch in die Gruppe der “middle income countries” aufsteigen. Bolivien gehörte in den letzten Jahren zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Südamerikas. Regierungsangaben zufolge wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 um 4,8% und erreichte 35,8 Milliarden US-Dollar (2014: 34,18 Milliarden US-Dollar). Das rechnerische Pro-Kopf-Einkommen stieg 2015 auf 3.250 US-Dollar (2014: 3.030 US-Dollar). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang des Wirtschaftswachstums um circa 0,7%, was vor allem auf sinkende globale Rohstoffpreise zurückzuführen ist. Boliviens Wirtschaft bleibt abhängig von Rohstoffexporten, insbesondere Erdgas, Metallen, Mineralien und Exporten landwirtschaftlicher Produkte wie Soja, Holz, Nüssen und Zucker sowie deren jeweiligen Preisentwicklungen. Eine Diversifizierungsstrategie in Richtung industrieller Produktion unter anderem im Lithiumbereich und in der Energieerzeugung wird von der Regierung vorangetrieben, die Infrastruktur ausgebaut. Tragende Säule dieser Entwicklung soll ein umfangreiches öffentliches Investitionsprogramm (Plan quinquenal de desarrollo) der Regierung sein. Internationale Beobachter gehen für die kommenden Jahre von BIP-Wachstumsraten von um die 4% aus. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: März 2016)