Leben der Bolivianer

Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern Südamerikas, trotz seines Reichtums an Bodenschätzen. Mehr als 45 % der Bolivianer leben unterhalb der Armutsgrenze (Quelle: CIA World Factbook, Stand: März 2015) Vor allem auf dem Lande lebt die Bevölkerung ausschließlich von ihren eigenen Anbaugütern.

Bolivianer leben in einer typischen Zweiklassengesellschaft. Die Schere zwischen Arm und Reich ist sehr groß. Die zumeist weiße Oberschicht lebt einen eher westlich Lebensstil, während die etwa zwei Drittel Indígenas ein eher armes Leben führen; in den Städten übernehmen sie die schwerfälligen Jobs oder einfache Hilfsarbeiten und auf dem Land bestreiten sie als Bauern in einfachen Hütten ohne Strom und Wasser lebend ihren Unterhalt. Die restlichen Mestizen, die eine Mittelschicht stellen, sind eher in Städten im Handel oder im Transportwesen tätig.

Die Regierung von Präsident Evo Morales bekämpft seit 2006 mit erheblichen Anstrengungen den Analphabetismus (auch unter Erwachsenen). Nach offiziellen Angaben verringerte sich ihre Zahl von 13,28% der Bevölkerung in 2001 auf 3,1% in 2015. Bolivien steht damit an vierter Stelle unter den Ländern mit der geringsten Analphabetenrate in Südamerika. Die Regierung hat zudem mit weiteren bildungs- und sozialpolitischen Maßnahmen der Benachteiligung der indigenen Bevölkerung entgegengewirkt. Die politische Wertschätzung der indigenen Kulturen und ihrer Sprachen hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, das Selbstbewusstsein der indigenen Ethnien ist gestiegen. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: März 2016)

In den letzten Jahren förderte die bolivianische Regierung aktiv die Entwicklung der privaten Industrie und ausländischer Investitionen. Dank dem Zuwachs an Einkünften aus kräftigem Wirtschaftswachstum kann Bolivien eigenständig, neben verschiedenen nationalen sowie internationalen Institutionen, Programme gegen die Armut entwickeln.

Das soziale Klima, welches deutlich auf seinen indianischen Wurzeln aufbaut, ist jedoch trotz dieser Unterschiede gut und oftmals besser als in den kapitalkräftigeren Nachbarländern. Man hält zusammen.