Geographie

Bolivien hat eine Vielzahl verschiedener Höhenlagen und Landschaften sowie Klimazonen zu bieten. Obwohl Bolivien komplett in den tropischen Breiten liegt, variiert das Klima aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen enorm. Somit können Sie auf Ihrer Bolivien-Reise vom tropischen Regenwald mit seinem feuchtheißen Klima bis hin zu den über 6.000 Meter schneebedeckten Anden-Gipfeln mit Polarklima jede Menge unterschiedliche Eindrücke gewinnen.

Bolivien gilt zwar als Andenstaat, das mächtige Gebirge bedeckt nur ein Drittel der Landesfläche aus. Die restlichen zwei Drittel bestehen zum Großteil aus tropischem Amazonas-Gebiet, aber auch aus subtropischen und gemäßigten Bereichen. Die Anden erstrecken sich mit zwei großen, parallel zueinander verlaufenden Gebirgszügen (cordilleras) im Westen Boliviens und und legen dabei die drei geographischen Hauptzonen des Landes fest: Hochgebirge mit dem Altiplano, die steilen Abhänge und Ausläufer der Anden mit subtropischen Yungas und gemäßigten Tälern sowie die tropischen Tiefebenen im Osten Boliviens.

Die bolivianischen Anden werden in die Cordillera Occidental im Westen und Cordillera Oriental im Osten unterteilt. Letztere teilt sich in weitere Kordilleren wie die Cordillera Real, die Königskordillere. Über das gesamte Gebirge verteilt, finden sich beeindruckende Landschaften. Den Anfang macht der Salar de Uyuni und das Ende bildet der Titcacasee. Dank einiger 5000er und 6000er ist dieses Gebiet auch besonders beliebt bei Trekkingbegeisterten, Wanderern und Gipfelstürmern. In der Cordillera Occidental, dem westlichen Teil des Gebirges, liegt auch der mit 6542 m höchste Berg Boliviens, der Sajama, welcher wie viele andere Berge dieser Kette ein erloschener Vulkan ist. Über 5500 m herrscht Polarklima und die Gebiete sind stark vergletschert. Bereits ab 4600 m liegt permanent Schnee. Darunter, bis etwa 2000 m kann ebenfalls immer mit Schnee gerechnet werden.

Zwischen den östlichen und westlichen Kordilleren, auf einer  Höhe von 3500 m bis 4000 m, erstreckt sich das Hochlandbecken des Altiplano, eine kalte und trockene Zone, aber dennoch das Kerngebiet Boliviens. Hier herrschen starke, kühle Winde und die Tages- und Nachttemperaturen schwanken, mit bis zu 20 °C Unterschied. Obwohl dieser Landstreifen mit seiner Puna-Vegetation einer der rausten und unfruchtbarsten ist, leben hier dennoch über 60% der bolivianischen Bevölkerung.

Südlich und östlich schließen sich die Valles, die Hochand-Täler, an das Altiplano an. Hier liegen die Städte Cochabamba, Sucre, Potosí und Tarija. Das Gebiet ist sehr fruchtbar und das Klima um einiges milder.

Weiter nordöstlich erstrecken sich die Abhänge der subtropischen Yungas. Hier gehen die schneebedeckten Berggipfel in das tropische Amazonas-Tiefland über. Es ist das wolkigste, feuchteste und regenreichste Gebiet Boliviens. Die Regenwolken des Amazonasgebietes bleiben hier an den Bergen hängen, regnen sich ab und hinterlassen mystische Nebelwälder und das fruchtbarste Gebiet Boliviens. Die bedeutendste Stadt ist Coroico.

Der komplette Norden und Nordosten Boliviens, etwa zwei Drittel der Landesfläche, gehört zum Amazonasgebiet, unterteilt sich in drei Abschnitte:

Ganz im Norden, welcher zum Amazonasbecken gehört, findet sich tropischer Regenwald (selva). Diese Region ist spärlich besiedelt und soll wirtschaftlich genutzt werden. Die Temperaturen liegen ganzjährig um die 30°C. Ebenso sind der Niederschlag und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch.